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Schutzkonzept

Schutzkonzept

Wir begegnen allen uns anvertrauten jungen Menschen und Familien mit Wertschätzung und Respekt. Die Versorgung, Erziehung und Förderung dieses Personenkreises soll zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein bzw. im Mittelpunkt unseres Tuns stehen. So steht es in den „Grundsätzen unseres Handels“ in der Qualitätspolitik der Ev. Kinderheim Jugendhilfe Herne & Wanne-Eickel gGmbH festgeschrieben. Zu diesen Grundsätzen unseres Handelns gehört auch der Themenbereich „Kinderschutz“.

An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen kurzen Einblick geben, wie sich unsere Einrichtung zum Thema Kinderschutz aufgestellt hat und mit welchen Fragestellungen wir uns zurzeit beschäftigen, um die Qualität des Schutzkonzeptes kontinuierlich weiterzuentwickeln (kontinuierlicher Verbesserungsprozess).

 

Arbeitsanweisung

Schon seit einigen Jahren ist im Qualitätsmanagementsystem unserer Einrichtung eine Arbeitsanweisung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Thema „Kindeswohlgefährdung“ nach § 8a SGB VIII verankert.

Diese Arbeitsanweisung und ihre mitgeltenden Unterlagen, wie z. B. der interne Bogen zur Gefährdungseinschätzung oder die Vereinbarung zum Vorgehen bei einer Kindeswohlgefährdung zwischen dem Jugendamt der Stadt Herne und dem Ev. Kinderheim Herne, dienen zur Erkennung und Einschätzung einer möglichen Kindeswohlgefährdung und sollen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Sicherheit im Umgang mit dieser geben.

Auch ist unser Ziel formuliert, in jeder Gruppe mindestens eine ausgebildete Kinderschutzfachkraft vorzuhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, bilden wir in regelmäßigen Abständen Mitarbeiter/innen der Einrichtung über die fachpool gGmbH zu Kinderschutzfachkräften aus.

 

Was haben wir noch?

Bereits vor Eintritt in unserer Einrichtung wird das Thema „Kinderschutz“ mit neuen Mitarbeitenden kommuniziert: Eine Anlage zum Arbeitsvertrag, die Aspekte des Kinderschutzes umfasst, wird durch alle Mitarbeiter/innen unterzeichnet.

Viele unserer Mitarbeitenden haben spezielle themenzentrierte Ausbildungen bzw. Fortbildungen durchlaufen. So gehören zu unserem Mitarbeiterpool unter anderem TraumapädagogInnen, TraumatherapeutInnen, SexualpädagogInnen, opfergerechte TätertherapeutInnen sowie Gewaltberater und Mitarbeitende mit weiteren Fachgebieten.

Zudem ist es uns ein wichtiges Anliegen, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für dieses Thema zu sensibilisieren. Aus diesem Grunde haben wir in unserem internen Handlungsablauf die Aspekte „Hypothese und Verdacht auf Kindeswohlgefährdung“ und „Verletzungen jeglicher Art, bei denen keine plausible Erklärung für die Entstehung vorhanden ist“ mit aufgenommen. Wir intendieren unsere Mitarbeitenden auch, die „Kinderschutzbrille“ aufzusetzen und somit auch die Hypothese oder einen Verdacht auf Kindeswohlgefährdung zu äußern. Jede Gruppe hat sich ein eigenes Schutzkonzept entwickelt.

Für die von uns betreuten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen externe Ombudspersonen (Vertrauenspersonen) als Ansprechpartner zur Verfügung.
Weitere Beschwerdemöglichkeiten sind auf einem Plakat aufgeführt, das in allen Gruppen/Bereichen der Einrichtung aushängt.

Ein Kinder- und Jugendparlament, individuelle Kinderrechtekataloge sowie ein Qualitätszirkel zum Thema „Schutzkonzept“ sind weitere Bausteine, die unser Ziel, einen wirksamen Kinderschutz vorzuhalten, unterstützen.

 

Entwicklung und Implementierung

Seit September 2015 trifft sich ein Arbeitskreis unserer Einrichtung, um gemeinsam zu überlegen, wie wir die uns anvertrauten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, zukünftig noch besser vor (sexueller) Gewalt schützen können. Der Arbeitskreis wird durch Frau Dr. Klees (fachpool gGmbH), die zu dem Thema u.a. am Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch der Bundesregierung mitgearbeitet hat, beraten.

Als Teil eines institutionellen Schutzkonzeptes wurde bereits eine Befragung der Mitarbeitenden zu besonderen Gefährdungsbereichen durchgeführt und ausgewertet.

In Bezug auf die Qualifizierung der Fachkräfte wurde im engen Austausch mit der fachpool gGmbH eine neue Fortbildungsstruktur erarbeitet, die den Mitarbeitenden (ebenso wie externen Interessierten) ab 2017 zur Verfügung steht. Neben einem Basis-, Aufbau- und Zertifikatskurs Kinderschutz wird dann auch eine Fortbildung speziell für Leitungskräfte bereitgestellt. Damit auch nicht-pädagogische Fachkräfte, die in den Bereichen Haustechnik,  Verwaltung oder Hauswirtschaft tätig sind, ein Grundverständnis von der pädagogischen Arbeit in der Heimerziehung erlangen und wissen wie sie sich im Verdachtsfall verhalten können, werden Schulungen durchgeführt, die sehr gut angelaufen sind.

Derzeit wird ein sexualpädagogisches Konzept erarbeitet, das dazu dient, den Mitarbeitenden des Evangelischen Kinderheims eine klare Orientierung im Umgang mit dem oftmals tabuisierten und sehr komplexen Thema „Sexualität“ zu geben. Unserem sexual­pädagogischen Konzept liegen zwei Absichten zugrunde. Einerseits möchten wir Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bei der Entwicklung ihrer sexuellen Identität begleiten und dazu beitragen, dass sie einen eigen- und partner­verantwortlichen Umgang mit Sexualität erlangen. Andererseits möchten wir sie vor Gefahren schützen und jeder Form von sexueller Gewalt aktiv entgegenwirken.

Zudem hat sich der Arbeitskreis mit den Verfahrensschritten zum Umgang mit Verdachtsfällen und erwiesenen Fällen von (sexualisierter) Gewalt befasst und Konkretisierungen angeregt.

Abschließend können wir sagen, dass wir bereits positive Entwicklungen im Kinderschutz in unserer Einrichtung feststellen können. Der Herausforderung, den uns anvertrauten jungen Menschen Schutz zu gewähren, stellen wir uns in einem kontinuierlichen Entwicklungs- und Verbesserungsprozess.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse unserer Diskussionen war, Kinderschutz geht uns alle an und wir müssen ihn gemeinsam schaffen, egal ob wir Fachkräfte oder Nichtfachkräfte, Ehrenamtliche oder auch Eltern und Freunde der Kinder und Jugendlichen sind. Von daher werden alle einbezogen.

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