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Ferienfreizeit der Gruppe L.I.V. – Leben ist Veränderung

Man kann nicht behaupten, dass wir es uns einfach machen. Weder scheuen wir eine beschwerliche Reise durch das halbe vereinigte Europa, noch genügt es, sich am gemütlichen Nordseestrand niederzulassen. 2014 hat es uns nach Ungarn an den Balaton verschlagen, 2015 war es eine kleine kroatische Insel und 2016?

 

Also, auf geht’s! Der Weg ist weit. Wir haben jetzt 19.03 Uhr, das Navi sagt in 12 Stunden sind wir da! Nach einer Stunde blinkte der Blinker das erste 0001Mal rechts. Drei weitere Pausen sollten folgen, dann hatten wir NRW verlassen! Draußen wurde es dunkel und in den Autos wurde es langsam ruhiger. Vorbei an Frankfurt, Karlsruhe und Freiburg, erreichten wir in den Morgenstunden den Gotthardtunnel. Weiter ging es vorbei am Vierwaldstättersee, dem Lac de Lugano, dem Comer See und Mailand, bis wir dann endlich mittags den Turm der alten Burg erblickten.

 

Im Juli 2016 bekam unsere Freizeit einen historischen Anstrich. Unser Ziel: Das im Jahre des Herren 1200 errichtete Rometta Towers. In den Anfängen als Ritterburg genutzt, diente es lange als Bischofssitz. Rometta gehört zur Provinz Fivizzano und liegt im Hinterland der nördlichen Toskana. Der Ort ist klein, sehr klein. Schon von weitem sieht man den Turm der alten Burg. In der Hoffnung, vor der Haustür das Gepäck ausladen zu können, fuhren wir die enge Gasse hinauf. Denn natürlich baut man eine alte Burg nicht an die Hauptverkehrsstraße, wäre ja zu einfach! Also suchte man sich den höchsten Berg mit den unmöglichsten Steigungen und befand, dass an dessen Ende der originellste Standort für eine Burg sein muss! Als es dann nicht weiter ging, machten wir uns zu Fuß auf den Weg und wurden recht schnell fündig. Um die Burg herum wurden im Laufe der Zeit einige Häuser gebaut. Zahlreiche kleine Gassen verzweigten sich in verschiedenste Richtungen. Einige Häuser waren zerfallen, andere nach wie vor bewohnt. Und im Zentrum thronte der Tower der Burg. Das Gepäck musste natürlich per pedes nach oben geschafft werden, versteht sich! Und das bei angenehmen 37 Grad!

 

Die Eingangshalle ließ vermuten, was uns erwartete. Stein, natürlich Stein und Treppen, steile Treppen. Das Mobiliar schien teilweise noch aus der Entstehungszeit zu stammen. Hatte allerdings enorm viel Charme und alles andere hätte deplatziert gewirkt. Spannend waren die Reaktionen aller Beteiligten, sind wir doch, auch wenn keinen luxuriösen, dennoch einen etwas moderneren und fortschrittlicheren Standard gewohnt. Den Jungs machte es am wenigsten aus. Als sich rumsprach, dass die alten Ritter über W-LAN verfügten, blieb keine Zeit, sich über unwichtige Sachen den Kopf zu zerbrechen!

 

0003Nachdem wir uns eingerichtet hatten, entschlossen wir uns kurzer Hand, den Strand zu erkundschaften! Was allerdings auf Grund der geografischen Lage des Ortes dann doch mit einigem Aufwand verbunden war. Denn die angegeben 20 Kilometer glichen in keiner Weise der 20 Kilometer, die man aus dem Münsterland kennt! Ein Umstand, den wir bei der Buchung etwas außer Acht ließen. Rometta lag auf einer Höhe von 420 Metern über dem Meer, also auch 420 Meter über dem Strand! Nun ja, und da es schwerlich möglich ist, eine Straße zu bauen, die 20 Kilometer schnurgeradeaus geht und dabei 420 Höhenmeter überbrückt, mussten wir nun den Berg runter, einen anderen rauf, den wieder runter und so weiter.

 

Nach gut 35 Minuten hatten wir dann das Meer erreicht. An diesem Tag, es war auch schon etwas später, beließen wir es dabei, ein wenig in La Spezia an der Promenade entlang zu spazieren. La Spezia liegt streng genommen gar nicht in der Toskana, sondern in Ligurien und ist eine kleine Metropole, von der aus etliche Fähren nach Sardinien, Elba und Korsika übersetzen.

 

Der nächste Tag begann so heiß, wie der vorige endete. So machten wir uns auf den Weg, den perfekten Strand zu finden. Der Norden der toskanischen Küste ist einer der schönsten Teile Italiens. Und dennoch gibt es eine Besonderheit, die einem das Finden eines guten Strandes erschwert. Und zwar die Tatsache, dass man für die schönen Strände bezahlen muss. Im Grunde für fast jeden Strand. Die schönen sind dann eben etwas teurer. Zwischendrin gibt es dann „Spiaggia libera“, freie Strandabschnitte. Einen solchen galt es also zu finden. Nach einigen Irrfahrten und ungeeigneten Plätzen fanden wir dann einen dieser Strände. Im Grunde war er so gut wie jeder andere, nur das er eben umsonst war und natürlich mehr Handtücher auf dem Sand lagen. Aber damit konnten wir natürlich gut leben.

 

Ein Highlight waren sicherlich die zwei Touren, die wir unternahmen, wiederum auf der Suche nach einem Strand, wie man ihn aus dem Internet kennt. – Einsame Bucht, weißer Strand, azurblaues Wasser, Palmen. – Wie sich nach einigen Strapazen herausstellen sollte, war dies kein Mythos der Reisebüros, aber dazu später mehr.

 

Es war soweit, dass wir Google-Maps um Hilfe ersuchten. Der Strand, den er uns zeigte, war hübsch. Also machten wir uns auf den Weg. Vorbei an La Spezia Richtung Cinque Terre, einer Region die das Prädikat UNESCO-Weltkulturerbe trägt. Kann also so falsch nicht sein.

 

Der Weg dorthin war abenteuerlich. Beim Blick auf das Navi dachte ich zwischenzeitlich, wir befänden uns auf einer Bobbahn. Eine Serpentine jagte die nächste. Das Navi kannte nur einen Weg und der führte nach oben. Als wir dann oben ankamen, wurde aus der Straße ein Weg, aus dem Asphalt Schotter. Wir fuhren nun parallel zum Meer, kamen diesem aber leider nicht wirklich näher. Stattdessen wurden die Wege schmaler und steiler. Die Straße endete in einem kleinen Plateau. Ab hier zu Fuß! Nach unten zum Strand führte ein Wanderweg. Nicht alle teilten den Enthusiasmus runterzugehen, also drehten wir um. Der Weg nach oben war um Längen abenteuerlicher, da uns an manchen Stellen der Allradantrieb fehlte! Auf dieser Tour haben alle viel geschwitzt, viele Nerven verloren, aber auch viel Schönes gesehen!

 

0002Der zweite Trip lag geografisch gesehen in derselben Richtung, war diesmal aber besser recherchiert. Wieder ging es Serpentinen hinauf, diesmal in ein kleines Bergdorf. Hier sollte eine gut zu erreichende Badebucht liegen.

 

Das Bergdorf lag auf einer Höhe von über 400 Metern. Der Strand natürlich nicht, versteht sich. Aufmerksame Menschen hatten vor langer Zeit einen Weg in den Berg gehauen. Dieser führte nun 400 Meter nach unten. Nach wenigen Metern fingen ganz unweigerlich die Beine an zu zittern, aufgrund der Belastung. Also hieß es, schnell nach unten. Nach einer halben Stunde hatten wir unser Ziel erreicht. Zwar erwartete uns kein weißer Sandstrand, sondern ein Steinstrand. Dafür waren wir praktisch alleine und das Wasser war glasklar. Nach einigen Stunden stand der Rückweg an. Dieser war weitaus anstrengender, als der Weg nach unten und dauerte dementsprechend auch länger. Völlig fertig, aber durchaus zufrieden, erreichten wir nach 50 Minuten wieder das Bergdorf.

 

Die restlichen Tage machten wir es uns am alt bekannten Strand gemütlich.

 

Am Ende der ersten Woche stand dann noch ein obligatorischer Besuch in Pisa an. Die Jungs versuchten den schiefen Turm auf ihren Fotos zurechtzurücken und einige Souvenirs wurden erworben.

 

Nach 14 Tagen war der Spaß vorbei und wir machten uns wieder auf den Weg nach Deutschland.

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